Lenin Riefenstahl

Lenin Riefenstahl ist der Name dieser Band

Die Gruppe Lenin Riefenstahl gründete sich im Dezmber 2015 in Stuttgart. Die Band  besteht aus Marc Eggert (Bass), Tim Frenzl (Gitarre) , Mathias Menner(Schlagzeug) und Christian Rottler (Gesang und Gitarre). Als die Band im November 2015 einen neuen Schlagzeuger suchte, formulierte Rottler einen kleinen Text zur Nahmensgebung, um möglichen Mißverständnissen vorzubeugen und erntete einen Shitstorm auf Facebook:

“Wir sehen Sie schon, die Konzertveranstalter, die Jungs und Mädels vom Verfassungsschutz, die AfD- und Pegida-Dosenwurst-Gesichter, die Gutmenschen, die Alt-Stalinisten und die Rammsteinfans, wie sie ihre Brauen heben, mit den Schultern zucken und je nach Sozialisation perfide Absichten hinter unserem Bandnamen wähnen. Wohl an, schließlich soll eine Rockband ja auch die Fantasie beflügeln. Dennoch scheint es uns als Band – nach einer Abstimmung (mit 1:3 Stimmen) – nötig, gewisse Erläuterungen zu dieser Namensgebung zu formulieren.

Sich zu distanzieren, ist ja mittlerweile erste Bürgerpflicht. So ist nicht jeder Grünenpolitiker mit einem Päderasten, nicht jeder Dresdener Spaziergänger mit einem Rassisten, nicht jeder Moslem mit einem Selbstmordattentäter gleichzusetzen. Diese Aufzählung wäre unendlich fortzusetzen – wir brechen aber an dieser Stelle ab. Whatever. Fern von politischer Gesinnung sind wir aus Gründen der Phonetik und der geballten Tragik auf diesen Namen gekommen. So hat der Politiker Lenin mit der Filmregisseurin Riefenstahl mehr gemein, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Denn grundsätzlich ordneten beide ihren politischen beziehungsweise künstlerischen Zielen alles unter. Sie ließen Moral und Mitgefühl vermissen, um letztlich ein vermeintliches höheres Ziel (Revolution/Kunst) zu erreichen. Denn ohne Revolution keine klassenlose Gesellschaft, ohne Filme keine Partizipation an der Ewigkeit durch Kunst. Es ist eine vertrackte Kiste.

So hatte beispielsweise Lenin keine Skrupel, hungernden Bauern seine Unterstützung zu verwehren, da er davon ausging, dass satte Bauern eher nicht zur Revolution neigen. Riefenstahl hingegen ließ sich auf Adolf Hitler ein, um ihre Karriere in Schwung zu bringen. Der Regisseurin der „Reichsparteitagstrilogie”, des „Triumph des Willens“ und „Olympia“ ging es angeblich ausschließlich darum, ästhetische Dokumentarfilme zu drehen. Dass es sich dabei um gezielte NS-Propaganda handelte, war ihr herzlich egal. Gewisse Parallelen zu fragwürdigen Subjekten, die in Nike-Turnschuhen gegen die Globalisierung demonstrieren, sind unseres Erachtens gegeben und nur bedingt an den Haaren herbeigezogen. Die Paradoxien aller Doppelmoral, Propaganda und Machtpolitik gehen weiter.

Whatever, die Zweite. Unser Bandname steht also für die Polykontexturalität, Widersprüchlichkeit und Fehlbarkeit des Individuums und alle daraus resultierende Tragik. Wir leiden vor allem an der Tragik heutiger Kunst, Politik und Philosophie. Über diese Zeilen hinaus geben wir daher unseren Hörerinnen und Hörern und der gesamten deutschen Öffentlichkeit unser Ehrenwort – wir wiederholen, wir geben Ihnen unser Ehrenwort –, dass der Verdacht, dass wir fragliche und unkritische politische Haltungen an den Tag legen, haltlos ist.”

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